Lexikon / Glossar

Sprachauswahl

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Hinterrad Kassette Rennrad
Wie in vielen Gemeinschaften gibt es auch im Bike-Sektor einige Begriffe, die sich nicht sofort jedem erschließen. Wir versuchen, eine Reihe von gebräuchlichen Begriffen an dieser Stelle so gut wie möglich zu erläutern.
Antritt
Als Antritt bezeichnet man die kurze Beschleunigungsphase, um sich von einem Gegner abzusetzen. Dazu wird oft der Wiegetritt eingesetzt, um möglichst schnell eine gewisse Wegstrecke zwischen das eigene Rad und das gegnerische Rad zu bringen.
Ahead-Steuersatz
Neuere Version der Verbindung von Gabel zum Lenker. Durch den Wegfall der Notwendigkeit für ein Schraubgewinde kann dieser Steuersatz auch bei Carbon-Gabeln eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil des Ahead-Steuersatzes ist das geringere Gewicht der Gesamtkonstruktion. Es lassen sich auf einfache Weise auch verschiedene Längen und Formen (wie z.B. Neigung) auch verschiedener Hersteller miteinander kombinieren.
BB/Pressfit-Tretlager
Nachfolger der Hollowtech/HTII-Lager. Kommen hauptsächlich bei Carbon-Rahmen zum Einsatz und bestehen aus in entsprechende Rahmenvertiefungen eingepresste Kugellagern.
Campagnolo
Campagnolo wurde in den 1930'ern von Tullio Campagnolo gegründet. Dieser war selbst Radrennfahrer und hat aufgrund eigener Probleme als initiales Produkt den heute noch gebräuchlichen Schnellspanner erfunden. Im Laufe der Zeit wurde die Produktpalette konstant erweitert, so dass Campagnolo heute ein breit aufgestellter Hersteller von Komponenten wie Schaltwerken, Bremsen oder Laufrädern ist. Mit dem Ekar-Schaltwerk wurde 2021 das erste 13-fach-Schaltwerk in den Markt eingeführt.
Derailleur
Derailleur ist die englische Bezeichnung für das Schaltwerk: es wird dabei zwischen front derailleur (Umwerfer) und rear derailleur (hinteres Schaltwerk) unterschieden.
DI2
Typen-Bezeichnung für das elektronische Schaltsystem von Shimano: besteht aus den STIs (Schalthebeln), dem Umwerfer und dem hinteren Schaltwerk. Eigentlich gehören auch die Bremsen mit dazu, da hier aber kein Unterschied zu den mechanischen Systemen besteht, zähle ich die nicht wirklich dazu.
Ekar
Die Ekar-Gruppe ist die erste 1x13-Gruppe seines großen Herstellers speziell für Gravelbikes und schaltet rein mechanisch. Der Name der Gruppe leitet sich von dem gleichnamigen Berg ab. Die Ekar-Gruppe unterbietet trotz 13 Gängen gewichtsmäßig die meisten Gruppen anderer Hersteller trotz einer geringeren Anzahl an Schaltoptionen.
Kurbel
Als Kurbel werden die Arme bezeichnet, die die Kraft von den Pedalen zum Kettenblatt übertragen. Die Standardkurbeln im Rennradbereich haben die Längen 170 mm, 172,5 mm oder 175 mm.
Kassette
Als Kassette werden die Ritzel am Hinterrad bezeichnet. Je nach Anzahl der Gänge in der Schaltung besteht die Kassette aus 7, 8, 9, 10, 11, 12 oder neuerdings sogar 13 einzelnen Ritzeln mit unterschiedlicher Anzahl Zähne und Durchmesser. Durch die Verschiebung/Schaltung in einen anderen Gang wird bei gleichbleibender Anzahl an Zähnen auf dem vorderen Kettenblatt das Übersetzungsverhältnis verändert. Wird die die Anzahl an Zähnen im Ritzel größer, spricht man vom Runterschalten in einen kleineren Gang und der notwendige Kraftaufwand verringert sich. Gleichzeitig wird die Geschwindigkeit bei gleichbleibender Trittfrequenz geringer: man erkauft sich die verringerte Leistung durch eine erhöhte Anzahl an Kurbelumdrehungen für den gleichen Weg.
Leistungsmessung
Bei der Leistungsmessung wird die aktuelle Kraft am Pedal gemessen: dies erfolgt über sog. Leistungsmesser, die entweder in das Pedal oder in die Kurbel integriert sind. Leistungsmessungs-Pedale haben den Vorteil des leichteren Umzugs von einem Rad zum anderen - die Leistungsmessung an der Kurbel ist in vielen Fällen etwas präziser (wir bewegen uns aber in Bereich um 1 Watt Unterschied, was für die meisten Hobbysportler vollkommen ausreichend ist).
Rollentrainer
Bei einem Rollentrainer wird das Hinterrad des Trainingsrads auf eine i.d.R. zur Erhöhung der Reibung geriffelte Rolle aufgesetzt. Diese Rolle wird zumeist über ein elektro-magnetisches Bremssystem abgebremst, um eine Simulation von Geschwindigkeit und Steigung zu erzielen.

Schaltauge
Das Schaltauge stellt die Verbindung zwischen dem eigentlichen Schaltwerk und dem Rahmen her. Das Schaltauge ist so ausgelegt, dass es eine Sollbruchstelle bei Überschreitung einer bestimmten Kraft z.B. bei einem Sturz darstellt, um das Schaltwerk zu schützen. Viele Radler haben deswegen auch ein Ersatz-Schaltauge dabei, um vor Ort eine Reparatur zu ermöglichen. Ist das Schaltauge nur verbogen, leidet die Schaltpräzision. das Schaltauge kann dann mit einem Spezialwerkzeug wieder geradegebogen werden.
STI (Shimano Total Integration)
Typen-Bezeichnung für die kombinierte Brems-/Schalthebel-Kombination von Shimano. STI's kommen nur an Rennrädern, CycloCross- und Gravel-Rädern zum Einsatz. An Mountainbikes wird das sog. "RapidFire"-System verwendet.
Bei der Bezeichnung wird weder ein Unterschied zwischen mechanischen und elektronischen Schaltsystemen noch zwischen den Felgenbrems- und den Disc-Varianten gemacht. Die Unterscheidung erfolgt allein auf Basis der Modellnummer.
SRAM
SRAM ist ein 1987 gegründeter, amerikanischer Komponenten-Hersteller, der 1995 mit einem einzelnen Produkt (Grip Shift) gegründet wurde. Im Lauf der Jahre wurde die Produktpalette stetig erweitert und zusätzlich durch Zukäufe erweitert. Zwischenzeitlich gehören folgende, bekannte Firmen zum Gesamtkonzern: RockShox (Federung), Avid (Bremsen), Zipp (Laufräder) und Quarq (Leistungsmessung). Nach mehreren Jahren als RunnerUp hat SRAM zwischenzeitlich die Technologie-Führerschaft übernommen - so wurde z.B. durch SRAM als erste Firma eine 12-fach Schaltung oder auch eine Funkschaltung (Wireless) marktreif entwickelt.

Trittfrequenz
Mit Trittfrequenz wird die Anzahl an Kurbelumdrehungen pro Minute bezeichnet. Gerade in kleinen Gängen auf einem großen Ritzel muss eine hohe Trittfrequenz gefahren werden, um eine gewisse Geschwindigkeit zu erzielen. Generell lässt sich sagen, dass bei gleicher Übersetzung die Trittfrequenz die gefahrene Geschwindigkeit bestimmt.
Tretlager
Im Tretlager, dass sich zwischen den beiden Kurbeln befindet, sind 2 Industrie-Kugellager integriert mit dem Ziel einer möglichst stabilen und dennoch reibungsfreien Bewegung der Kurbeln. Der Verlust an Sportlerkraft vom Pedal zum Ritzel soll möglichst wenig durch Reibung bei gleichzeitig höchster Steifigkeit beeinträchtigt werden.
Bei Tretlagern haben sich im Lauf der Zeit verschiedene Versionen herausgebildet - teilweise bedingt durch unterschiedliche Materialanforderungen z.B. aufgrund Carbon, aber auch durch verbesserte Konstruktionen. Anfänglich kamen fast ausschließlich äußere Schraubgewinde mit darin enthaltenen Außenlager zum Einsatz (oft wegen der bei hochwertigen Rädern innen hohlen Tretlagerwellen und Kurbeln auch als Hollowtech/HT II bekannt). Je nach verwendetem Gehäusegewinde ist diese Bauform auch manchnal als BSA- oder ITA-Lager bekannt. Im Lauf der Zeit wurden diese Schraubgewinde z.B. bei Carbonrahmen durch eingepresste Außenlager (auch als Pressfit- oder BB-Lager) ersetzt.

VO2max
VO2max gibt die maximale Aufnahmekapazität des Körpers für Sauerstoff an und wird in ml O2 pro Kg Körpergewicht pro Minute angegeben. Bei der Abkürzung stehen die einzelnen Komponenten für V (Volumen), O2 (Sauerstoff) und max (Maximum).
Die VO2max kann nicht (wie z.B. der FTP) vom Sportler selbst ermittelt werden, sondern wird i.d.R. im Rahmen einer Leistungsdiagnostik mit Hilfe der Spiro-Ergometrie (Atemgasanalyse) bestimmt.

VO2max
VO

  • VO2max ist die Abkürzung für V=Volumen, O2=Sauerstoff, max=Maximum
  • VO2max gibt die maximale Sauerstoffaufnahme des Körpers an
  • VO2max wird gemessen in mlO2/kg/min (Milliliter Sauerstoff pro Kilogramm Körpergewicht pro Minute)
  • VO2max wird im Rahmen einer Leistungsdiagnostik und mit Hilfe einer Spiroergometrie (Atemgasanalyse) ermittelt