Functional principles

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Allgemeine Funktionsweise

Wie funktioniert ein Turbo Trainer?

Der Begriff Turbo Trainer stammt aus dem englischen Sprachraum und umfasst alle Formen von Trainern. Dabei werden verschiedenste Trainer wie freie Rollen, manchmal auch als Trainingsrolle oder einfach nur Rolle bezeichnet, feste Rollentrainer (mit oder ohne Online-Schnittstelle) oder auch Trainer mit Direktantrieb zu der globalen Kategorie "Trainer" zusammengefasst. Allen gemeinsam ist, dass sie Indoor-Sportgeräte für Radfahrer zum realitätsnahen Training mit dem Fahrrad, bevorzugt mit dem eigenen Rad, sind.

Das Grundprinzip ist dabei bei allen Trainern identisch: die Bewegung des Fahrrads auf dem Trainer wird durch verschiedene Systeme eingebremst - dadurch wird ein Widerstand erzeugt, der durch die sportliche Leistung des Radfahrers überwunden werden muss. Die Art, wie der Widerstand erzeugt wird, ob dies automatisch erfolgen kann oder manuell durch den Sportler selbst durchgeführt werden muss, die Lautstärke bei der Erzeugung des Widerstands und viele andere Details sind je nach Kategorie und auch der einzelnen Trainer stark unterschiedlich.

Rollentrainer oder doch Hometrainer?

Der Hauptunterschied zwischen einem Turbo Trainer und einem Hometrainer oder auch einem Spinning Bike liegt darin, dass beim Rollentrainer das eigene Rad als Sportgerät verwendet wird, was zu einem komplett unterschiedlichen Fahrempfinden (schon allein aufgrund der Position des Fahrers) führt. Durch die Möglichkeit, in Reaktion auf das Streckenprofil unterschiedliche Gänge zu schalten, erhöht sich die Realitätsnähe weiter und es kommt "echtes Fahrgefühl" auf.

Die Art des Bremsens

Wie oben beschrieben ist eine der Hauptaufgaben des Trainers das Bremsen: der wechselnde Widerstand, der sich auf der Strasse durch dei Oberfläche sowie die Neigung bzw. Steigung ergibt, aber auch der wachsende Luftwiderstand aufgrund steigender Geschwindigkeit sollen möglichst realistisch simuliert werden. Dabei kann flapsig gesagt werden, dass je besser der Trainer desto realistischer wird gebremst.

Dies bedeutet, dass bei einem einfachen Trainer der Sportller selbst den Bremswiderstand z.B. über eine Lenkerfernbedienung regulieren muss, die dann über eine mehr oder weniger aufwändige und belastbare Konstruktion das Schwungrad abbremst. Modernere und aufwändigere Geräte verfügen im Gegensatz dazu über bidirektionale, drahtlose Schnittstellen, über die ein verbundener Computer (Notebook, Tablet, Smartphone) dem Trainer Anweisungen zur aktuell benötigten Bremsleistung geben kann. Damit ist es dann möglich, auf dem Bildschirm eine Strecke anzuzeigen (als Karte, 3D oder Video) und dem Trainer entsprechend dem Streckenverlauf und der gefahrenen Geschwindigkeit die Bremsleistung vorzugeben.

Die Unterschiede zwischen den Kategoriien von Trainern und den einzelnen Geräten liegen zum einen schon rein in der maximalen Bremskraft, die ein Indiz dafür ergibt, welche Steigungsgrade realistisch simuliert werden können. Neben der reinen Kraft ist daneben auch noch die Reaktionsgeschwindigkeit auf wechselnde Anforderungen wie sie z.B. von kurzen, knackigen Steigungen oder in Workouts verursacht werden von Bedeutung. Und zuletzt ist natürlich auch die Genauigkeit der Umsetzung (meist angegeben in einer prozentualen Abweichung) und die Einhaltung der Präzision noch zu beachten.

Ein Trainer, der mit brute force zwar auch hohe Steigungen simulieren kann, aber leider die Bremsmagnete nur sehr langsam bewegt und somit nur träge auf wechselnde Anforderungen reagiert, macht nicht wirklich Spaß. Da in diesem Fall recht schnell die gefühlte und die auf dem Bildschirm dargestellte Strecke disharmonieren. Und wenn dann zusätzlich noch die Bremskraft nicht konstant gehalten werden kann, obwohl man gemäß dem angezeigten Video auf einer topfebenen Straße fährt oder das Workout eigentlich einen konstanten Wert vorgibt, dann hat der Spaß schnell ein Loch und der betreffende Trainer findet sich als Staubfänger in der Ecke wieder.

Hochpräzise Geräte hingegen, die aber mangels ausreichender Maximal-Bremskraft an jeder kleinen Steigung in einen sog. virtuellen Modus umschalten müssen (hier wird eine Steigung durch Verlängerung der entsprechenden Strecke simuliert), sind auch kein echter Spaßbringer. Und da jeder erzeugte Widerstand, wie auch immer er erzielt wird, Wärme erzeugt und diese dann in irgendeiner Form aus dem Gehäuse ausgeleitet werden muss, spielt sowohl die Kühlung als auch die Lautstärke beim Bremsen auch eine nicht nur untergeordnete Rolle.

Rolle oder Direktantrieb - die unterschiedlichen Bauformen

Rollentrainer gibt es in den unterschiedlichsten Bauformen: angefangen bei freien Rollen (manchmal auch als Freilaufrollen bezeichnet) über die einfache Trainer in mehreren Bauformen bis hin zu den Trainern mit Direktantrieb.

Die freien Rollen stellen dabei die Urform des Trainers da, indem das Rad relativ frei auf 3 Rollen gestellt wird und dem Rad einfach auf der Stelle über die Rollen Vortrieb suggeriert wird. Die Räder drehen sich und durch die Verbindung von hinteren Rollen mit dem Rolle für das Vorderrad werden Kreiselkräfte generiert, die das ganz aufrecht halten. Freie Rollen haben das natürlichste Fahrgefühl, sind aber prinzipbedingt nicht in der Lage hohe Bremskräfte zu simulieren (da ja ansonsten auch die Kreiselkräfte versagen würden und das ganze Konstrukt instabil werden würden).

Bei den Rollentrainern unterscheiden sich die Kategorien feste Rolle und Direktantrieb nochmals in großem Maße. Bei der festen Rolle wird das Hinterrad des Fahrrads auf eine kleine Rolle gesetzt und das Rad an der Nabe fest eingespannt - daher die Bezeichnung "feste Rolle". Durch das feste Einspannen des Rades und das Gewicht des Sportlers wird zum einen sichergestellt, dass das Fahrrad nicht kippen kann und zum anderen das Hinterrad auf der Rolle wie auf der Straße sitzt. Beim Fahren wird dann die Rolle je nach simulierter Strecke abgebremst, um den Trainingseffekt resp. die Simulation zu erzeugen. Feste Rollen sind meist einfachere und damit günstigere Geräte, die aber bauartbedingt nur bestimmte Steigungen simulieren können, da ab einer gewissen Kraft Schlupf auftritt und das Hinterrad schlichtweg durchrutscht. Außerdem erzeugt das Walken des Rades auf der Rolle Hitze und Abrieb - dies geschieht auch beim Fahren auf der Straße , jedoch bewegt sich die Konstruktion ja nicht und befindet sich in den eigenen 4 Wänden. Es ist teilweise erstaunlich, welche Menge an Gummiabrieb nach einer harten Session sich hinter dem Trainer befinden - gelobt sei, wer keinen weißen Flokati hat.

Indoor oder outdoor ?

Durch die hohe Mobilität eines Rollentrainers kann dieser ja nicht nur in den eigenen 4 Wänden eingesetzt, sondern z.B. auch zum Aufwärmen für Wettkämpfe mitgenommen werden. Die meisten Geräte sind dabei innerhalb weniger Minuten auf- und abgebaut. Schon seit längerer Zeit werden diese Geräte im Rennrad-Sport von Profils vor/nach dem Rennen eingesetzt, um die Muskeln vor dem Start optimal anzuwärmen oder nach der Belastung wie z.B. bei Bahnrennen, die teilweise in Etappen oder Runden gefahren werden, das Laktat auszufahren. Aber auch im Hobbybereich werden solche Trainingsgeräte immer öfter von Sportlern verwendet.