Trainingsmatten

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Trainingsmatten

Trainingsmatten sind nach meiner Meinung eines der am meisten unterschätzten Zubehörteile für Indoor-Trainer.

Trainingsmatte rollbar

Diese profanen Matten, die scheinbar nur unter dem Trainer liegen, erfüllen gleich mehrere Aufgaben und müssen deshalb einen echten Spagat ausführen:

  1. Geräuschdämmung
    Wer schon einmal einen Trainer auf einem harten Boden betrieben hat, wird wissen, wovon ich spreche. Alle Geräusche, die der Trainer produziert und auch die leisesten Exemplare haben systembedingt eine gewisse Grundlautstärke werden - insbesondere auf hartem Untergrund. Eine gute Matte muss weich genug sein, um die Vibrationen und die Schallübertragung über Kontakt zu reduzieren.
    Was sich im ersten Augenblick nur wie ein Akt der Nächstenliebe anhört, kommt auch dem Trainierenden zugute: gerade bei längeren Sitzungen entsteht durch die Erwärmung des Trainers ein Geräuschpegel, der zum einen auf Dauer nervt. Zum anderen kann es bei Einheiten zur Steigerung der Grundlagenausdauer ganz hilfreich sein, nebenbei Musik zu hören oder einen Film zu schauen - wer der Handlung ohne brüllende Lautstärke folgen will, ist für eine gute Geräuschdämmung meist sehr dankbar.
  2. Schweiß
    Ohne Schweiß kein Preis wussten schon unsere Altvorderen. Auf der Strasse verteilt sich dieser Körpersaft im Rahmen der Ausfahrt ganz natürlich auf viele Kilometer. Bei einem stationären Trainer mögen zwar viele Kilometer geradelt werden, aber da sich der Trainer dabei nicht vom Fleck bewegt, bildet sich gerne mal ein kleiner See unterhalb des Trainers, der auch beim Einsatz eines Handtuchs zum Aufsaugen des Schweißes zwar verringert, aber nicht gänzlich verhindert werden kann.
    Eine gute, dichte Matte sorgt dafür, dass der Schweiß auf der Matte bleibt, wo er nach jedem Training oder in regelmäßigem Abständen aufgewischt / weggeputzt werden kann. Dies ist deutlich hygienischer als wenn der Schweiß im Teppichboden oder ins teure Parkett eindringt - speziell in Mietwohnungen ist hier Ärger mit dem Vermieter nahezu vorprogrammiert. Auch der olfaktorische Vorteil des Abwischens kann nicht hoch genug bewertet werden.
  3. Dämpfung
    Im Lauf der Zeit schleichen sich auch bei guten Laufrädern leichte Unwuchten ein und auch der Trainer selbst läuft nicht mehr super-super-rund. Speziell bei langen Touren oder auch bei harten Bergstrecken, die im Wiegetritt bewältigt werden wollen ist eine gute Dämpfung mit einer Balance aus Nachgiebigkeit und Grundhärte, um nicht im Wiegetritt von einer Seite auf die andere zu schwanken, eine deutliche Entlastung. 

Worauf sie bei der Anschaffung einer Matte achten sollten

Ausreichende Länge / Breite 

Der Trainer muss gut auf der Matte selbst stehen können und sollte auch auf beiden Seiten links und rechts genügend Überstand haben, so dass man beim Absteigen möglichst nicht auf die Kante treten kann. Sonst besteht die Gefahr, dass der Fuß in Folge des Höhenunterschiedes umknickt. Viele Trainer haben zudem auch seitliche Stabilitätsausleger - diese müssen aus Sicherheitsgründen in jedem Fall voll auf der Matte aufliegen können.

Bei einer zu kurzen Matte droht ebenfalls die Gefahr, dass durch den Höhenunterschied zwischen dem "hochgestellten" Trainer und z.B. einem tieferliegenden Vorderrad es zur Instabilität kommt und die Sicherheit gefährdet ist.

Dämpfungsgrad Material

Speziell sehr weiche Matten sind natürlich sehr verlockend, da sie sehr gute Dämpfung versprechen. Dabei ist aber zu beachten, dass der Trainer auf jeden Fall trotzdem stabil - speziell auch unter Belastung wie beim Sprint oder im Wiegetritt - abgestützt wird. Eine zu geringe Dämpfung, die oft bei sehr dünnen Matten zu beobachten ist, führt zwar zu einer hohen Stabilität und auch der Schweißfuß kann gut aufgefangen werden, aber die Lautstärke wird deutlich höher sein.

Dichtigkeit

Teiiweise werden auch Matten angeboten, die in Form von Steck-Systemen beliebig groß oder klein aus Einzelteilen zusammengesteckt werden können. Hier sollte jedoch speziell darauf geachtet werden, dass die Verbindungsabstände zwischen den einzelnen Elementen nicht zu groß sind. Oft wird die Menge an Schweiß unterschätzt, der bei einer Belastung auch nur mittlerer Intensität entstehen kann: zum einen entfällt der Fahrtwind zur Kühlung, zum anderen hat der Trainingsraum nur eine bestimmte Luftmenge zur Aufnahme der Feuchtigkeit und auch die Temperatur ist zum einen höher durch den Innenraum und wird zusätzlich noch durch die Aktivität und auch die Leistung der Maschine erhöht (bei einer Bremsleistung von bis zu 2.220 Watt entsteht nach den Gesetzen der Physik Wärme, die an die Umgebung abgegeben wird). Und der Schweiß verteilt sich aufgrund der statischen Position auf eine relativ kleine Fläche.

Härte bzw. Haltbarkeit

Speziell, wer wie ich auch auf dem Trainer mit Cleats fährt, wird erstaunt feststellen, dass man doch relativ oft an der exakt selben Stelle aufsteigt und dabei meist auch noch eine gewisse Drehbewegung ausführt (dies ist besonders der Fall, wenn der Trainer aufgebaut an einer festen Stelle stehenbleiben kann).

Dadurch wird das Cleat wie ein Korkenzieher in die Oberfläche gedrückt und reißt bzw. rupft unter dem Druck des gesamten Körpergewichts am Oberflächenmaterial. Speziell sehr weiche Matten haben durch das tiefere Einsinken hierbei einen konstruktiven Nachteil. Speziell beschichtete Matten, bei denen die Oberfläche mit einer Art Versiegelung versehen wurde, bieten hier einen deutlich längeren Widerstand - es muss jedoch gesagt werden, dass auch die besten Matten sich aufgrund der wirksamen Kräfte und der unterschiedlichen Materialen irgendwann geschlagen geben müssen.

Insgesamt muss auch gesagt werden, dass man auch eine gut gepflegte Matte schon aus hygienischen Gründen nach einer bestimmten Zeit entsorgen sollte- der häusliche Frieden wird es Ihnen danken.