The Sufferfest

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The Sufferfest

The Sufferfest gehört seit Juli 2019 zum amerikanischen Wahoo-Konzern. Sufferfest ist nicht so sehr eine klassische Simulations-Applikation wie z.B. Zwift, Bkool oder auch KinoMap. Stattdessen liegt der Fokus dieser Applikation klar auf der Strukturierung von Training und Workouts. Auf dieser Basis bietet Sufferfest auch andere, eher ungewohnte Teildisziplinen als lediglich Radfahren an und bietet als Module auch z.B. Yoga für Cyclists, Trainingsmethoden zur Verbesserung der mentalen Stärke oder auch Trainings zur Kraftverbesserung.

Grundlegend basiert The Sufferfest auf dem Konzept einer 4-dimensionalen Kraftanalyse (Four Dimensional Power®): einem Konzept, dessen Bestimmung von Fitness über einen einfachen FTP-test hinausgeht, da dieser laut dem Hersteller zu grob und wenig geeignet für eine gezielte Weiterentwicklung sei. Dabei kommen 4 unterschiedliche Messkriterien zum Einsatz, die jeweils individuelle Zielerreichungs-Grade in den verschiedenen Workouts als Basis für Erstellung eines persönlichen, sog. 4DP® Athleten-Typus ermöglichen sollen. 4DP® basiert dabei auf einem sportwissenschaftlichen Ansatz, der sowohl in Labortests wie auch durch Siege in einigen bekannten Rad-Ereignissen weltweit bewiesen wurde.

Untersucht werden dabei

  • die neuro-muskuläre Leistungsfähigkeit (neuromuscular power = NM), die z.B. bei Sprints zum Einsatz kommt, aber auch auf der Ebene der neuro-muskulären Koordination von Bedeutung ist,
  • die maximale aerobe Kraft (maximum aerobic power = MAP), auf deren Basis eine hohe Leistung und Kraft für den Zeitraum mehrerer Minuten erbracht werden kann,
  • die funktionelle Schwellenleistung (functional threshold power = FTP), die diejenige Leistung beschreibt, die ein Athlet 60 Minuten lang gerade so aufrecht erhalten kann
  • sowie die anaerobe Leistungsfähigkeit (anaerobic capacity = AC): das ist die Leistung jenseits der aeroben Schwelle (manchmal auch als minimales Laktatäquivalent oder Basislaktat bezeichnet), die zur Erbringung extrem hoher Level von Kraft nötig sind.

Aus der Kombination dieser 4 Bereiche wird ein spezifischer Fahrertyp abgeleitet sowie die spezifischen Stärken und Schwächen in Form des 4DP Profils bestimmt. Im Grunde genommen werden dabei primär die maximalen Leistungswerte für die Intervalle 5 Sekunden, 1 Minute, 5 Minuten und 20 Minuten bestimmt. Der Fahrer muss daher im 4DP Test – auch als "Full Frontal" bekannt – eine Abfolge verschiedener Leistungstests absolvieren: zunächst zwei 5-Sekunden-Vollgas-Sprints, im Anschluss dann ein 5-Minuten-Rennen, bei dem der Fahrer so schnell fahren soll wie möglich. Als wäre das noch nicht genug folgt dann ein klassischer 20-Minuten FTP-Test mit entsprechender Belastung und zum krönenden Anschluss muss dann noch ein finaler 60-Sekunden-Test absolviert werden, bei dem auch die allerletzten Reserven abgezogen werden müssen (die allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht allzu üppig ausfallen dürften). Im Anschluss wird dann der Athlet einem von X Typen zugeordnet: Sprinter, Attacker, Pursuiter, Time Trialist, Climber oder Rouleur. Auf der Basis dieser Einstufung erfolgt dann die Zuordnung zu Strecken, Workouts, usw. Gegenüber einer rein FTP-basierten Zuordnung von Leistung wie in anderen Simulatoren ist dies etwas differenzierter.

Strecken

The Sufferfest

Aufgrund des etwas anderen Konzepts bietet The Sufferfest dabei keine Radstrecken im klassischen Sinne an, sondern setzt stattdessen auf strukturierte Workouts, die mit Videomaterial unterstützt werden. Dabei kommen auch lizenzierte Rennvideos zum Einsatz, die aus der Zusammenarbeit mit der UCI (Welt-Radverband), der Tour de France sowie dem Giro d'Italia entstammen. Daneben existieren aber auch Videos von lokalen Radrennen oder Mike Cotty (ein ehemaliger Profi-Radrennfahrer - bekannt über seine Coll Collective Videos in YouTube). Bei jeder Session erfolgt eine Auswahl über den sog. Intensity Factor (Schweregrad des Videos) und den Training Stress Score (die zu erbringende Gesamtleistung), bevor man sich zu einer Session verpflichtet. Nach dem Aufruf kann die eigentliche Sitzung ähnlich wie in anderen Simulationen wie TrainerRoad oder Zwift mit strukturierten Trainings abgefahren werden: man radelt seinen Weg durch eine Abfolge an Blöcken mit unterschiedlichen Intensitäten, um das Gesamtraining zu absolvieren.

Jedes Workout dient dabei zur Verbesserung bestimmter Fähigkeiten und wird einer von 11 Kategorien zugeordnet: Basis, Anstiege, Übungen, Ausdauer, Fitness Tests, Mischungen, Renn-Simulationen, Erholung, Geschwindigkeits-Aufbau, Stil / Form und Zeitfahren. Somit liegt der Zweck eines Videos weniger im reinen Nachfahren als vielmehr in der Ausführung bestimmter Belastungs-Szenarien, die zur Verbesserung der gewünschten Fähigkeit dienen sollen.

Die Mitgliedschaft bei Sufferfest erlaubt dem Sportler dabei die Auswahl von Trainingsplänen und Workouts entsprechend den jeweiligen Zielen: sei es, dass die konkrete Vorbereitung auf die Teilnahme an einem Jedermann-Rennen im Vordergrund steht oder z.B. die Erhöhung der Steigfähigkeit an Anstiegen.

Technik

Sufferfest Output

Bei Sufferfest dreht sich alles um die Bibliothek der Trainings-Sitzungen, von denen die meisten sowohl eine Videostrecke als auch einen Musik-Soundtrack umfassen. Im Rahmen der Ausführung der Videos erhält der Fahrer auch immer wieder Textanweisungen auf den Bildschirm über den aktuellen Stand der Dinge sowie Trainings- und Technik-Tipps. Dabei stehen aktuell rund 100 unterschiedliche Videos zur Verfügung. Damit ist eine gewisse Variabiltät und Abwechslung gegeben, aber nach einer gewissen Anzahl an Wiederholungen einer bestimmten Session stellt sich doch ein Abnutzungseffekt ein, bis man nur noch der Leistungsslinie folgt. Daneben existieren auch noch offene Sitzungen, die ein Video, aber keine so stringente Struktur wie die geführten Videos haben. Diese sind mehr zum Ausgleich an Erholungstagen gedacht, an denen man sich nur mal die Beine vertreten will.

Die Applikation umfasst dabei eine komplette Reihe an strukturierten Trainingsplänen sowohl für die Straße, die Berge, einen Triathlon wie auch Querfeldein-Rennen, die in Zusammenarbeit mit APEX Coaching entwickelt wurden. Dank der Verbindung mit Smart-Trainern wie auch anderen Fitnessgeräten können die Sportler auf spezifische Ziele hinarbeiten, die Leistungsdaten analysieren und die Ergebnisse mit Plattformen wie Strava, Training Peaks und Garmin Connect teilen. Dabei stehen Applikationen für die gängigen Plattformen wie macOS, Windows, aber auch OS zur Verfügung.

Community

The Sufferfest bietet ein offenes Forum zu allen möglichen Themen rund um die Plattform an. Aufgrund des umfassenden Fokus einer athletischen Verbesserung werden dabei dort nicht nur technische Themen im Zusammenhang mit dem Simulator, sondern auch allgemeine Trainingsfragen oder Ähnliches diskutiert. Live-Rennen gegen andere Teilnehmer oder das Nachfahren bestimmter Strecken gegen andere Teilnehmer (die die Strecke zu einem anderen Zeitpunkt absolviert haben) in Form eines Kräftemessens werden nicht angeboten, würden aber dem gewählten Ansatz und Ziel der individuellen Leistungsverbesserung nicht zwingend dienen. Insofern ist The Sufferfest eher eine Plattform zur individuellen Leistung-Optiimierung unter Nutzung eines intelligenten Trainers und weniger eine Social Ride Platform wie andere Mitwettbewerber. Der Community-Aspekt beschränkt sich hierbei primär auf den Erfahrungsaustausch.

Preise

The Sufferfest stellt aktuell nur 2 verschiedene Abo-Modelle zur Verfügung:

  • 14.99 $/Monat: im Preis enthalten ist der unlimitierte Zugriff auf alle Funktionen wie Videos, Workouts, Trainingspläne, etc..
  • 129 $/Jahr: der Inhalt ist der gleiche wie beim monatlichen Abo, aber der Betrag muss für 12 Monate im Voraus gezahlt werden

The Sufferfest stellt einen 14-Tage-Testzugang zur Verfügung. Ohne eine Mitgliedschaft ist keinerlei Zugang zu den Leistungen der Applikation möglich.


 

Was uns gut gefällt

   

Was uns nicht so gut gefällt

+

Gut ausgeprägte Trainings-Funktionalität

 

-

wenig Unterhaltungswert

+

 4D-Power deutlich granularer als FTP

 

-

relativ geringe Anzahl an Videostrecken

 

    - kaum oder keine Community-Funktionen