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Die erste Frage, die sich jeder Sportler vermutlich zunächst stellt, ist, welcher Trainer am besten für ihn geeignet ist: dies hängt jedoch in erster Linie vom gewünschten Zweck ab und auch viel von persönlichen Vorlieben.
Es gibt auf dem Markt Trainer für jeden Zweck und Geldbeutel d.h., um den richtigen Trainer zu finden, muss man sich zunächst einmal über den konkreten Einsatzzweck klarwerden.
Wer nur die Form des Sommers über den Winter bewahren will und sich dabei etwas bewegen will, wird vielleicht zu einem einfachen Rollentrainer mit manuell verstellbarem Widerstand greifen. Radfahrer, die möglichst viel vom "Feeling" des Rades mit in den Winter nehmen wollen, werden vielleicht eher zur freien Rolle greifen. Sportler, die eher visuell orientiert sind und die sich auch mit anderen Sportler messen wollen, greifen eher zu einem Smart Trainer. Professionelle Hobbysportler, die nicht nur einfach die Form im Winter erhalten, sondern ganzjährig an der Erhöhung und Optimierung der Leistung arbeiten wollen und die dann auch die entsprechenden Leistungsbereiche erreichen, greifen wohl eher zu einem Trainer mit Direktantrieb.
Unterschiedliche Bauformen
Bei einer freien Rolle wird das Rad nicht fest in den Trainer eingespannt, sondern auf die 3 frei beweglichen Rollen gestellt. Die beiden hinteren Rolle werden dabei durch das Hinterrad des Fahrrades angetrieben. Die freie Rolle ist sozusagen die Urform des Rollentrainers.
Der einfache Rollentrainer unterscheidet sich von der freien Rolle darin, dass das Hinterrad fest in den Trainer eingespannt wird und das Hinterrad auf einer kleinen Rolle bewegt wird. Dadurch ist auf der einen Seite eine höhere Sicherheit gegeben, was insbesondere Anfängern sehr entgegenkommt. Auf der anderen Seite ist aber das Fahrgefühl insbesondere durch die fehlende Möglichkeit der Bewegung um die Hochachse speziell im Wiegetritt eingeschränkter. Bei den einfachen Rollentrainern wird der Widerstand entweder selbständig durch die getretene Geschwindigkeit erzeugt oder über einen Schalter am Lenker während der Fahrt verstellt. Im Internet sind auch teilweise Videos verfügbar, bei denen eingeblendet wird, welcher Widerstand am besten zu der angezeigten Strecke passt.
Bei den fortschrittlichen Modellen wird der Rollentrainer über ANT+ oder Bluetooth mit einem Simulator verbunden, der dann die Steuerung des Widerstands übernimmt und i.d.R. auch mit einer Bildschirmanzeige in 3D-Form oder einem Radvideo koppelt.
Bei diesen Modellen kann man eigentlich schon fast nicht mehr von einem Rollentrainer sprechen, da die namensgebende Rolle hier ausgedient hat: hier wird das Fahrrad ohne Hinterrad direkt auf die montierte Kassette gesetzt und die Kette des Fahrrads mit dem Trainer verbunden. Durch diese Konstruktion entfällt der Schlupf, so dass durchdrehende Hinterräder an steilen Passagen oder beim schnellen Zwischenspurt komplett der Vergangenheit angehören. Auch die Steuerung des Widerstands kann aufgrund des direkten Antriebs viel feiner ausfallen, was bei manchen Fahrern zu dem Eindruck führt, dass der Direktantrieb im Vergleich zur Rolle bei gleichen Strecken einen höheren Widerstand bietet. Auch in der Lautstärke haben durch die wegfallenden Abrollgeräusche die Direktantriebler die Nase vorne.
Brems-Widerstand
Allen Trainern ist eigen, dass sie einen Widerstand für einen Trainingseffekt erzeugen: nur Freilaufrollen haben in vielen Fällen kein steuerbares Bremssystem, sondern erzeugen einfach einen in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit bzw. eigentlich genauer der Trittfrequent einen linearen Widerstand.
Sie gehört zu den gängigsten Bremsarten: es wird ein Schwungrad durch die Rolle angetrieben, das dann von einem Magneten gebremst wird. Über die Distanz zwischen Magnet und Schwungrad wird der Widerstand geregelt. Je dichter der Magnet sich am Schwungrad befindet, desto grösser ist der Widerstand. Und je schwerer das Schwungrad, desto höher die absolute Bremsleistung. Bei vielen Rollentrainern mit dieser Bremsform kann der Widerstand manuell über einen mechanischen Hebel am Lenker reguliert werden. Dabei spielt u.a. die Anzahl der Rasterstufen für ein realistisches Widerstandsgefühl eine große Rolle.
Im Gegensatz zu den Magnetbremsen wird der Widerstand nicht magnetisch, sondern eher wie in einem Drehmomentwandler beim Auto über einen Rotor generiert, der sich in einen Ölbad dreht. Je schneller der Rotor dreht, desto mehr wird Widerstand erzeugt. Vorteile dieser Bauform liegen durch die synthetische Widerstandsregelung durch eine quasi stufenlose Zunahme des Widerstands. Darüberhinaus sind diese Trainer durch die Bauform auch meist sehr leise, da die Kapselung des Rotors im Ölbad viele Geräusche schluckt oder zumindest dämpft.
Wird bei einer einfachen Magnetbremse der Widerstand durch einen Permanentmagneten erzeugt, kommen bei teureren Geräte meist Elektromagnete zum Einsatz. Dadurch benötigen diese Geräte zwingend einen Stromanschluss. Die Steuerung des Widerstands kann jedoch quasi stufenlos eingestellt werden und ist i.d.R. nur durch die maximale Bremswirkung (die in Watt angegeben wird) begrenzt.
Bie dieser Bauform ist die Rolle quasi die Achse eines Elektromotors, der den Widerstand steuert. Im Gegensatz zu den anderen Bremsarten kann ein Motor nicht nur abbremsen, sondern auch anschieben und dadurch z.B. Gefällstrecken noch realistischer darstellen.
Intelligenz gefällig ?
Eine weitere Möglichkeit zur Kategorisierung der Trainer bietet die Unterteilung anhand der Möglichkeiten zur Interaktion - speziell mit einem Computer, Tablet oder auch Smartphone.
Einfache, meist günstige Modelle ohne Intelligenz sind dabei sehr karg ausgestattet und bieten wenig bis gar keine Intelligenz zur Steuerung oder Überwachung der eigenen Leistung. Bei sog. smarten Rollentrainern beginnt der Einstieg mit der Übermittlung der aktuellen Leistungswerte an einen Computer oder eine Simulator-App. Dazu erfolgt die Kopplung zumeist über ANT+ oder Bluetooth.
Mit steigender Intelligenz des Trainers und einer Kopplung zum Computer muss dann auch der Widerstand nicht mehr vom Fahrer selbst verstellt werden, sondern wird über eine externe App oder sonstige Software dynamisch verstellt. Dies erfolgt i.d.R. über die zugehörige App des Herstellers oder eine App von Drittanbietern wie Zwift, BigRingVR oder Rouvy. Dabei richtet sich der Widerstand nach der ausgewählten Strecke, so dass sich der Fahrer auf das Training konzentrieren kann und sich somit ein realistischeres Fahrgefühl einstellt (vor einem Anstieg auf der Straße muss ich ja auch nicht erst den Widerstand verstellen, sondern das erledigt die Gravitation ganz von allein).
Bei neueren Trainern geht die Simulation der Realität, dass sog. Street Feeling, sogar so weit, dass versucht wird, ein echtes road feel zu simulieren. Dazu wird über den Trainer ein haptisches Feedback über die Straßenoberfläche erzeugt, so dass z.B. bei der Auffahrt auf der alten Strasse über den Gotthard von Airolo die Pflasterstrecken über entsprechende Stöße auf das Hinterrad simuliert werden.
Den bislang letzten Sprung zur Erzeugung einer möglichst dichten Simulation hat Tacx mit dem kombinierten Laufband Magnum angekündigt: hier wird zur Erzeugung eines möglichst Originalgefühls am Berg nicht nur der Widerstand am Hinterrad erhöht, sondern das gesamte Rad wird wie auf einem Lauftrainer durch eine echte Neigung des Trainers bergauf gestellt.