Elite Drivo II

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Elite Drivo II

Der Elite Drivo II ist das Topgerät des italienischen Herstellers ELITE. Wie der Name suggeriert, ist der Drivo II der offizielle Nachfolger des Elite Drivo, der vorher schon bereits 2 Jahre auf dem Markt war, und ist bereits seit 2018 auf dem Markt. Der neue Direktantriebstrainer stellt einen evolutionären Fortschritt dar, keine Revolution, was aber angesichts des allgemeinen Entwicklungsstands der Highend-Trainer kein Nachteil sein muss.

Bei der Weiterentwicklung hat Elite großen Wert auf die weitere Verbesserung der Genauigkeit gelegt. Mit der letzten Überarbeitung des optimierten "Optical Torque Sensor" (OTS) misst der Drivo II noch exakter und weist mittlerweile eine Genauigkeit von +/- 0,5% auf. Dabei wurde nicht nur die absolute Genauigkeit verbessert, sondern auch die Reaktionsgeschwindigkeit (nach Herstellerangaben bis zu 3-mal schneller), wodurch die Realitätstreue einer Simulation nochmal deutlich erhöht wurde. Ansonsten wurden beim Drivo II gegenüber dem Drivo nur geringe optische Anpassungen vorgenommen, so dass er jetzt wieder in die Linie der Elite-Trainer passt. Durch den überarbeiteten OTS wird die vom Radfahrer erzeugte Leistung während der gesamten Dauer des Trainings an 24 Stellen analysiert, was die Weitergabe der vom Trainer gemessenen Daten ermöglicht wie z.B. die während des gesamten Tritttrainings entwickelte Momentanleistung. Damit kann der Radfahrer dann die vollständige Bewertung seiner mechanischen Effizienz - so z.B. gegen Bezahlung über die Funktion Trittanalyse  in der Elite Software My E-Training - durchführen.

Was den Lieferumfang betrifft, so liefert auch Elite keine Kassette mit - diese muss seperat erworben werden. Grundsätzlich werden alle Shimano und SRAM-Kassetten unterstützt - für Campagnolo muss man allerdings einen Adapter zusätzlich erwerben, was gerade bei einem italienischen Hersteller dann doch überrascht. Zu den Kosten für die Kassette gesellen sich zusätzlich noch die Kosten für die Kettenpeitsche und den Zahnkranzabzieher dazu, die aber einmalige Anschaffungen sind. Die Montage der Kassette wird aber selbst Laien nicht vor unüberwindbare Probleme stellen und es gibt dazu auch ausreichend Youtube-Videos mit sehr guten Anleitungen.

Der Trainer lässt sich über ANT+ FE-C und Bluetooth Smart mit einem Computer, Tablet oder Smartphone verbinden. Die Verbindung über das jeweilige Protokoll wird dabei mittels kleiner LEDs angezeigt auf der Oberseite des Trainers angzeigt - zusätzlich gibt es noch eine LED für den Stromanschluß. Am Stromanschluß selbst befindet sich sogar eine kleine Zugentlastung, was eine gute Idee ist, um ein versehentliches Trennen des Stromanschlusses durch Dritte z.B. während einer Trainings-Session zu verhindern. Der Drivo II lässt sich grundsätzlich auch gänzlich ohne Stromanschluß betreiben, um z.B. vor einem Rennen ein Warmup durchzuführen. Es stehen in dem Modus aber keine Simulatorfähigkeiten zur Verfügung, da die Kopplung zum Computer nur mit funktionierendem Stromanschluss gegeben ist. Der Trainer wird dabei neben der hauseigenen Elite-Software auch von den gängigsten Simulationen wie Zwift, TrainerRoad, Bkool u.a. unterstützt.

Der Elite Drivo II unterstützt grundsätzlich 2 verschiedene Modi: den ERG Modus und den Simulations-Modus. Im ERG-Modus legt der Sportler eine bestimmte Wattzahl als Widerstand fest, den der Trainer dann stur, unabhängig von Schaltvorgängen oder auch der gefahrenen Geschwindigkeit hält. Im Simulatons-Modus hingegen wird eine bestimmte Steigung simuliert. Wie im echten Leben kann dabei der Widerstand und somit die zu tretende Wattzahl sich ändern - je nach aufgelegtem Gang oder auch der Geschwindigkeit. Der Drivo II kann dabei Steigungen von bis zu 24% simulieren, was den Trainer definitiv auf Augenhöhe mit den Spitzengeräten der anderen Hersteller bringt. Damit lassen sich auf jeden Fall in den Simulatoren fast alle Pässen und Steigungen realitätsnah simulieren, ohne dass die Simulation auf andere Tricks wie die Verlängerung der Strecke zurückgreifen muss, um einen nicht mehr darstellbaren Steigungswinkel zu simulieren. In der Realität werden auch nur die wenigsten Radfahrer jemals derartige Anstiege wie den Mortirolo oder die Zielankunft der Planche de Belle Filles gefahren sein (und wer da bei der TdF selbst Profifahrer auf der Strecke in Schlangenlinien hat fahren sehen, weiß, was das bedeutet).

Als maximaler Widerstand gibt Elite für den Drivo II 2.300 Watt (bei 40 km/h) an - das entspricht fast dem Doppelten der Leistung, die ich im Vollbesitz meiner Kräfte jemals habe leisten können. Von daher macht nicht die absolute Wattzahl das Gefühl der realistischen Simulation aus, sondern wie schnell der Trainer sich auf Vorgaben z.B. durch eine Simulations-Software einstellen kann. Durch die erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit kann Elite jetzt mit den besten Geräten der Konkurrenz mithalten und man hat an steilen Anstigen dann wirklich das Gefühl, dass sich die Steigung schnell und massiv erhöht.

Auch die Lautstärke sei gegenüber dem Vorgängermodell reduziert, so dass der Trainer auch in hellhörigen Mietwohnungen gut eingesetzt werden kann. Eine genaue Angabe zur Lautstärke wird vom Hersteller leider nicht bekanntgegeben. Man darf das Thema aber grundsätzlich nicht überschätzen. In verschiedenen Vergleichstests soll sich der Elite Drivo II allerdings auf vergleichbarem Niveau wie die Wettbewerber wie z.B. den Wahoo Kickr oder Tacx Neo 2T befinden und somit dürften die Unterschiede nur in Nuancen bestehen. 

Auch beim häuslichen Frieden hat Elite mitgedacht: wird der Drivo II gerade nicht gebraucht, kann man die die Standfüße einklappen, sodass er sich in einer Ecke oder unter einem Schreibtisch verstauen lässt (L/B/H 76 x79x53cm im Einsatz bzw. 76x29x53cm zusammengefaltet).

Update 03.08.2020: Nach Auskunft mehrerer Händler sei der Elite Drivo II nicht mehr lieferbar, obwohl dieser auf der Website von Elite immer noch als lieferbar dargestellt wird. Es ist daher derzeit unklar, ob Elite nach dem Ende der Corona-Zeit die Produktion des Drivo II überhaupt wieder aufnehmen wird. Andererseits haben aufgrund Corona auch andere Hersteller Geräte als nicht lieferfähig gekennzeichnet. Dies wird meist damit begründet, dass der Ansturm während des Lockdown die Lager schnell geleert hat und zum einen wegen Lieferschwierigkeiten bei Teilen aus dem Ausland und andererseits den Produktionsplänen (die im Sommer wegen der geringeren Nachfrage eher keine Trainer-Produktion vorsehen) derzeit keine Herstellung trotz massiv gesteigerter Nachfrage möglich sei.

Technische Daten (Herstellerangaben)
Gewicht 24,5 kg
Bremse / Widerstand elektromagnetisch
Schwungrad 6 kg
Übertragung ANT+ FE-C / Bluetooth
Steigungen max. 24%
Max. Widerstand 2300 Watt
Genauigkeit +/- 0,5%
Kassette nicht enthalten
Freilauf Shimano / SRAM 9/10/11-fach
Rahmenkompatibilität Schnellspanner (QR) 130 - 135 x 5 mm / Steckachsen (TA) 142 x 12 mm
Lautstärke Keine Angaben vom Hersteller, wurde aber in Tests als sehr leise eingestuft
Marktpreis-Spanne (Stand 03/2020) € 899 - € 999